Die ersten Tage musste ich dann erst einmal mit dem Jetlag kämpfen, zumindest denke ich, dass es der Jetlag war … hatte so etwas ja noch nie vorher :D
Ich würde behaupten, dass ich ca. 1 Woche gebraucht habe, um mich wirklich an alles zu gewöhnen und sagen zu können, dass ich mich eingelebt hab … aber das kann auch an etwas anderem gelegen haben …
Ja, als mir die erste Kakerlake im Bad über den Weg lief, hab ich mir noch gesagt: „Du bist nicht in Europa, damit musst du klar kommen.“
Das habe ich ganze 6 Tage ausgehalten und als ich die ersten auf meinem Koffer gefunden hab, als ich meine Klamotten rausholen wollte, hab ich mir gesagt: So, jetzt reicht’s!
Ich hab die Hutong School angerufen und verlangt in eine andere Wohnung zu ziehen. Das hat auch alles gut geklappt und ich fühle mich hier jetzt super wohl! Ich habe zwei liebe Mitbewohner: Natalie Taylor (aus England) und Eric Dessertenne (aus Frankreich). Wir verstehen uns super und haben viel Spaß zusammen.
Unsere Wohnung ist auch echt schön (im Vergleich zu meinem ersten Zimmer LIEBE ich sie :P ). Wir haben zwei Stockwerke, was ja schon einmal sehr cool ist, aber leider ist das obere Wohnzimmer komplett leer, also keine Möbel. Wir haben versucht aus dem dunklen Wohnzimmer unten die Couch hoch zu tragen, weil es oben so schön hell ist und es mehr Platz gibt, aber dafür war leider die Treppe zu eng Naja, auf jeden Fall habe ich mir das obere Zimmer geschnappt, sodass ich fast mein eigenes Bad und eine große leere Fläche :D für mich alleine habe. In meinem Zimmer sind die Möbel alle ziemlich neu und es gibt viel Platz. Da ich direkt unterm Dach bin, habe ich leider nicht so einen schönen Ausblick auf die Stadt (besonders nachts sehr schön!) wie Natalie unten.
Am Anfang fehlten uns noch einige Sachen, aber die hat die Hutong School nach einigem Nachfragen dann doch vorbeigebracht (Gläser, Teller, Duschvorhang, Mikrowelle etc.). Man hat uns gesagt, dass wir die ersten Schüler in dieser Wohnung sind (das sieht man auch, da die Wände neu renoviert sind.)
Ah, à propos Duschvorhang: Dazu muss ich noch erzählen, was man für eine Dusche in China vorfindet. Ich habe zwar gehört, dass einige andere Schüler der Hutong School das Glück haben eine Dusche zu haben, wie wir es gewöhnt sind, aber geläufiger ist es, dass es kein Duschebecken gibt, in das man hinein steigt, sondern dass einfach ein Duschkopf an einer der Wände hängt (ich bin ja froh, dass er beweglich ist) unter den man sich stellt. Somit könnt ihr euch vorstellen, dass das ganze Badezimmer (samt Toilette neben dran) pitschnass ist, wenn man fertig mit Duschen ist. Mal ganz geschweige denn davon, dass es ein merkwürdiges Gefühl ist neben der Toilette zu duschen und sich (bis er noch nicht beschlagen ist) dabei im Spiegel zusehen kann!
Seit wir nun den Duschvorhang haben geht das alles besser und man hat nicht mehr so das Schwimmbadgemeinschaftsduschenfeeling.